{"id":2306,"date":"2018-01-17T12:29:31","date_gmt":"2018-01-17T12:29:31","guid":{"rendered":"http:\/\/neurokultur.ch\/?p=2306"},"modified":"2024-12-16T14:23:26","modified_gmt":"2024-12-16T14:23:26","slug":"die-neurofeedback-methode-nach-othmer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neurokultur.ch\/?p=2306","title":{"rendered":"Die Neurofeedback-Methode nach Othmer"},"content":{"rendered":"<p><strong>In eigener Sache<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend rund 15 Jahren wendete meine Frau Liselotte Rittmeyer das Neurofeedback-System Cygnet von Sigfried Othmer in LA (USA) und Bernhard Wandernoth in Kirchberg (SG) erfolgreich in ihrer Praxis f\u00fcr Ergotherapie und Neurofeedback an, mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung des IT-Fachmanns Ralf M\u00e4rki. Vor 13 Jahren stiess ich (Ren\u00e9 Bucher) als Chemiker mit Vorwissen in Neuropsychologie, &#8211; Chemie und Elektrochemie dazu. Doch 2018 n\u00f6tigten gesundheitliche Probleme meine Frau Liselotte, die Praxis aufzugeben. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Neurofeedback-Systeme BEE Medic wurde jedoch fortgef\u00fchrt, wenn auch auf kleinerer Flamme. Obwohl meine Frau und ich nicht mehr praktisch t\u00e4tig sind, m\u00f6chten wir Ihnen die faszinierende Theorie zur Neurofeedback-Methode nach Othmer nicht vorenthalten, da wir \u00fcberzeugt sind, dass sie k\u00fcnftig in therapeutischen Prozessen &#8211; seien es station\u00e4re oder ambulante \u2013 einen festen Platz einnehmen wird.<\/p>\n<p><strong>Weshalb Therapien mit Neurofeedback begleiten?<\/strong><\/p>\n<p>Neurofeedback ist eine therapeutische Methode, die nichtinvasiv ist, ohne Medikamente arbeitet und deren Funktionsweise mit Hilfe von Theorien komplexer dynamischer Systeme erkl\u00e4rt werden kann. In allen drei Punkten unterscheidet sich der Ansatz von jenem der klassischen Medizin und Psychiatrie, bei welchen Pharmaka einen hohen Stellenwert einnehmen. Insbesondere die Anwendung der Theorien komplexer dynamischer Systeme &#8211; oft auch als Selbstorganisationstheorien bezeichnet -, stellt einen interessanten Perspektivenwechsel dar, der leider erst vereinzelt in der Medizin und Psychiatrie vollzogen wird. Anmerkung: In Kapitel 7 \u201eDas Hirn ein Rhythmusorgan?\u201c wird ganz kurz, in der <a href=\"http:\/\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Ambulante-Begleitung-eines-ADHS-Klienten-mit-dem-synergetischen-Navigationssystem-SNS-und-Durchf\u00fchrung-von-Neurofeedback-Trainings-nach-der-Methode-Othmer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seminararbeit<\/a>\u00a0ausf\u00fchrlicher auf Selbstorganisationstheorien eingegangen.<\/p>\n<p>Gerade dort, wo der klassische Ansatz an seine Grenzen st\u00f6sst wie bei multimorbiden Patienten, sind Methoden, welche die F\u00e4higkeit zur Selbstorganisation f\u00f6rdern, eine interessante Erg\u00e4nzung oder gar Alternative. Die ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung) ist eines von vielen Beispielen, die h\u00e4ufig medikament\u00f6s behandelt wird (Ritalin) und bei welcher Komorbidit\u00e4ten eher die Regel als die Ausnahme sind, z.B. Depressionen, Suchtst\u00f6rungen, Schlafst\u00f6rungen, Angstst\u00f6rungen, bipolare St\u00f6rungen, Tics, etc. Dass der klassische Ansatz bei Patienten mit Multimorbidit\u00e4ten viele Fragen offen lassen muss, sollen Ausz\u00fcge aus einem Artikel vom 13. Januar 2018 mit dem Titel \u201eLe d\u00e9fi des patients multimorbides\u201c der Tageszeitung \u201eLe Temps\u201c verdeutlichen:<\/p>\n<p>\u201eEine der gr\u00f6ssten Herausforderungen der heutigen Medizin ist, wie chronische Krankheiten und Komorbidit\u00e4ten, deren H\u00e4ufigkeit im Alter \u00fcberproportional zunimmt, ad\u00e4quat behandelt werden sollen. Dazu z\u00e4hlen Krankheiten wie Diabetes, Kreislauferkrankungen, Demenz, Depressionen, Atemwegserkrankungen, osteoartikul\u00e4re Erkrankungen, etc..<\/p>\n<p>Patienten mit Multimorbidit\u00e4ten bedingen komplexe Behandlungen mit Medikamenten, die aber oft f\u00fcr zahlreiche Wechselwirkungen verantwortlich sind, Komplikationen hervorrufen und eine Hospitalisierung notwendig machen. Bei mehr als 5 simultan eingenommenen Medikamenten ist eine Kontrolle der sekund\u00e4ren Effekte nicht mehr m\u00f6glich (Nicolas Rotondi, Chefmediziner Inselspital).<\/p>\n<p>In der Schweiz werden bis zum 60-sten Altersjahr etwa bei 40% der hospitalisierten Personen mindestens drei sekund\u00e4re Diagnosen festgestellt. Im Alter zwischen 70 und 80 Jahren liegt der Wert bei 65% mit mehr als drei sekund\u00e4ren Diagnosen. Im Durchschnitt sind 20 bis 30% der Bev\u00f6lkerung von Multimorbidit\u00e4ten betroffen. Multimorbide Patienten werden von der Forschung trotz der grossen Anzahl vernachl\u00e4ssigt. 63% der Studien, welche die Wirksamkeit einer Behandlung nachweisen, betrafen ausschliesslich Personen, die nur <em>eine<\/em> Krankheit hatten und von denen man annimmt, dass die Vorteile gegen\u00fcber den Nebeneffekten \u00fcberwiegen. Dabei werden die multimorbiden Patienten systematisch ausgeklammert, weil der Gesundheitsgewinn von der pharmazeutischen Industrie schwieriger zu evaluieren ist.<\/p>\n<p>Das Schweizer Gesundheitssystem erweist sich als schlecht adaptiert betreffend der Komplexizit\u00e4t von Patienten mit Multimorbidit\u00e4ten. Wegen der grossen Fragmentierung des Gesundheitssystems aufgrund von isoliert arbeitenden Spezialisten, multipliziert sich die Zahl der Konsultationen bei verschiedenen Medizinern, die kaum mehr eine globale Vorstellung vom Zustand des Patienten erlangen k\u00f6nnen. Dieser Mangel an Kontinuit\u00e4t f\u00fchrt zu vermehrten Fehlentscheidungen und verbraucht Ressourcen beim Gesundheitssystem, personell und finanziell. In den USA hat ein Patient mit einer chronischen Erkrankung durchschnittlich bei vier verschiedenen \u00c4rzten Konsultationen, bei 5 Morbidit\u00e4ten steigt die Zahl auf 14 (Nicolas Rodondi, Leiter Medizin Inselspital)! Es ist dringend notwendig, neue Wege zu finden und die gegenw\u00e4rtige Kultur fundamental zu \u00e4ndern (Mauro Poggia, Gesundheitsberater Kanton Genf). Es braucht eine bessere Koordination mit interprofessionellen Teams, um den Informationsfluss zu verbessern. Dabei m\u00fcssen die Bed\u00fcrfnisse des Patienten im Zentrum des Fokus\u2018 stehen und nicht die Pathologie (Nicolas Senn, CHUV).\u201c<\/p>\n<p>Soweit die Botschaft des Artikels im \u201eLe Temps\u201c. Zwar ist die Empfehlung lobenswert \u2013 und sollte eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein \u2013, dass der multimorbide Patient als Ganzes in den Blick genommen werden soll, und zwar als komplexes bio-psycho-soziales Individuum. Als L\u00f6sung wird ein besserer Informationsaustausch unter den Experten vorgeschlagen, und zwar vor allem deswegen, weil die gleichzeitige Einnahme von mehreren Medikamenten zu unkontrollierten Effekten f\u00fchrt. Doch auch bei einem verbesserten gegenseitigen Informationsaustausch werden sich die \u00c4rzte\/Spezialisten mit diesem Problem der negativen Wechselwirkungen von Medikamenten konfrontiert sehen. Das ist aber DAS zentrale Problem! Bei vielen morbiden Patienten ist zurzeit eine \u201eKosten-Nutzen-Abw\u00e4gung\u201c von Nebenwirkungen und gewollten Wirkungen der einzig gangbare Weg.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu den komplexen dynamischen Systemen, zu denen auch der Mensch gez\u00e4hlt wird. Komplexen dynamischen Systemen immanent ist die nichtlineare Wechselwirkung von Elementen (Medikamente, Organe, etc.), was bedeutet, dass bereits bei zwei Medikamenten davon ausgegangen werden muss, dass eine Voraussage schwierig ist! Hier ist die klassische Medizin mit ihrem linearen, additiven und auf Kausalit\u00e4t beruhenden Paradigma gefordert (Kapitel 7 und <a href=\"http:\/\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Ambulante-Begleitung-eines-ADHS-Klienten-mit-dem-synergetischen-Navigationssystem-SNS-und-Durchf\u00fchrung-von-Neurofeedback-Trainings-nach-der-Methode-Othmer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seminararbeit<\/a>). Ein v\u00f6llig anderer Ansatz w\u00e4hlt die Neurofeedback-Methode nach Othmer, die auf Selbstorganisationskonzepte abst\u00fctzt und daher Linderung bei einem sehr breiten Spektrum von Symptomen bewirken kann, oft verbunden mit einer Reduktion der Dosierung von Medikamenten, in manchen F\u00e4llen sogar mit deren Absetzung (z.B. Ritalin, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva).<\/p>\n<p>Gerade weil die Neurofeedback-Methode nach Othmer (NFB) auf die F\u00f6rderung der Selbstorganisationf\u00e4higkeit abzielt, nicht invasiv ist, weniger auf Pathologien fokussiert ist (sondern auf das Erreichen einer neurologischen Balance), auf der unbewussten Ebene arbeitet (im Gegensatz zu bewusstseinslastigen Therapien), ist sie in verschiedenen Kliniken zu einem wichtigen Therapiebaustein geworden.<\/p>\n<p><strong>Prinzip der Neurofeedback-Methode nach Othmer (NFB)<\/strong><\/p>\n<p>Neurofeedback ist eine computergest\u00fctzte Trainingsmethode, bei welcher die mit EEG-Elektroden (Abb. 1) gemessenen Hirnaktivit\u00e4ten dem Patienten \u00fcber mehrere Sinneskan\u00e4le \u2013 visuell, auditiv und\/oder taktil &#8211; zur\u00fcckgemeldet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2312\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2312\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg?fit=400%2C533\" data-orig-size=\"400,533\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg?fit=225%2C300\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg?fit=400%2C533\" class=\"alignnone size-full wp-image-2312\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg?resize=400%2C533\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg?w=400 400w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Neuro01.jpg?resize=225%2C300 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 1: Zur Steuerung wird die Differenz der Potentiale von zwei Arbeitselektroden ben\u00f6tigt (\u00fcber aktivem Hirnarealen). Deren fluktuierenden Potentiale werden je gegen ein \u201estabiles\u201c Potential gemessen (Elektrode an Ohrl\u00e4ppchen). <\/em><\/p>\n<p>Das Hirn des Klienten ist dabei in die Feedbackschlaufe eingebunden:<\/p>\n<p>Neuronale Hirnaktivit\u00e4ten &#8211;&gt; Potentiale von EEG-Elektroden &#8211;&gt; Verst\u00e4rkung und Verarbeitung nach bestimmten Algorithmen (Schwellenwerte, Filterfunktionen) &#8211;&gt; Steuerung visueller, auditiver, taktiler Stimuli &#8211;&gt; Wahrnehmung &#8211;&gt; neuronale Aktivit\u00e4ten &#8211;&gt; usw. (Abb. 2). Es stellen sich dabei mehrere Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei welchen Symptomen kann die Neurofeedback-Methode Linderung bewirken?<\/li>\n<li>Welche Funktion hat das Hirn?<\/li>\n<li>Wann funktioniert das Hirn nicht optimal?<\/li>\n<li>Was passiert, wenn dem Hirn \u00fcber die Sinneskan\u00e4le die eigenen neuronalen Aktivit\u00e4ten zur\u00fcckgemeldet werden?<\/li>\n<li>Auf welche Art und Weise soll das geschehen und was ist das Spezielle an der Neurofeedback-Methode nach Othmer?<\/li>\n<li>Welche Trainingsdesigns stehen im Vordergrund?<\/li>\n<li>Das Hirn ein Rhythmus-Organ?<\/li>\n<li>Weshalb ist die Kombination der NFB mit einem Prozessmonitoring f\u00fcr Therapien sinnvoll (synergetisches Navigationssystem SNS)?<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2313\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2313\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?fit=884%2C577\" data-orig-size=\"884,577\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image003\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?fit=300%2C196\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?fit=584%2C381\" class=\"alignnone size-full wp-image-2313\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?resize=584%2C381\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?w=884 884w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?resize=300%2C196 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?resize=768%2C501 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image003.jpg?resize=460%2C300 460w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 2: Hirn eines Klienten in einer Feedback-Schlaufe eingebunden <sup>1)<\/sup><\/em><a href=\"http:\/\/www.eeginfo-neurofeedback.de\/neurofeedback\/was-ist-neurofeedback\/othmerverfahren.html\"><em>http:\/\/www.eeginfo-neurofeedback.de\/neurofeedback\/was-ist-neurofeedback\/othmerverfahren.html <\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>1. Bei welchen Symptomen kann die Neurofeedback-Methode Linderung bewirken?<\/strong><\/p>\n<p>Eine Neurofeedbackbehandlung kann bei einer Vielzahl von St\u00f6rungen hilfreich sein. Dazu geh\u00f6ren u.a. Angstst\u00f6rungen, deren H\u00e4ufigkeit in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und das Niveau der Depressionen erreicht hat, Aufmerksamkeits-st\u00f6rungen (ADS\/ADHS), Autismus, Depression, Epilepsie, Migr\u00e4ne, Schlafst\u00f6rungen. In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass mit einer Neurofeedback-Behandlung von ADS\/ADHS vergleichbare Resultate erzielt werden k\u00f6nnen wie mit dem Medikament Methylphenidat, auch bekannt als Ritalin, und zudem noch nachhaltig wirkt.<\/p>\n<p>Bei Patienten, die wegen spezifischer St\u00f6rungen Medikamente einnehmen, kann &#8211; wie bereits oben erw\u00e4hnt &#8211; durch die Neurofeedback-Behandlung eine Reduktion der Medikamentendosis oder gar ein Absetzen der Medikamente angezeigt sein.<\/p>\n<p>Neben der eher medizinischen Anwendung wird Neurofeedback auch f\u00fcr Tiefenentspannung und Meditation, bei alternden Menschen und zur Leistungssteigerung \u00a0(Peak Performance Training) eingesetzt.\u00a0 Ein Beispiel ist der Toggenburger Schanzenspringer und Goldmedaillengewinner Simon Ammann. Fast jedes Hirn, unabh\u00e4ngig davon in welchem Ausgangszustand es sich befindet, kann zu besserer Funktion trainiert werden.<\/p>\n<p>Die Anzahl Therapien richtet sich nach dem Schweregrad und Art der Symptome.<\/p>\n<p>Das breite Spektrum der Einsatzm\u00f6glichkeiten der Neurofeedback-Methode nach Othmer mag \u00fcberraschen. Doch eine\u00a0 Besch\u00e4ftigung mit der aus empirischen Befunden entwickelten Methode macht deutlich, dass eine Sichtweise eingenommen wird, die weniger auf die im ICD10 oder DSM5 definierten <em>spezifischen<\/em> Pathologien abst\u00fctzt, sondern <em>allgemein <\/em>auf die <em>Herstellung einer Balance der erregenden und inhibierenden Neuronen<\/em>, die wesentlich durch das Arousal bestimmt werden (vgl. Kapitel 3). Eine Verbesserung dieser Balance hat weitreichende Auswirkungen auf alle Verhaltens-, Denk- und Emotionsmuster.<\/p>\n<p><strong>2. Welche Funktion hat das Hirn?<\/strong><\/p>\n<p>Prim\u00e4re Aufgabe des Hirns ist, adaptiv auf Umwelt- und K\u00f6rperreize zu reagieren um hohe \u00dcberlebenschancen zu erm\u00f6glichen. Dies erreicht das Hirn, indem es sich wie eine Prognostizier-Best\u00e4tigungs-\u201eMaschine\u201c verh\u00e4lt. Das Eintreten und der Verlauf von Ereignissen und Emotionen m\u00fcssen erahnt und best\u00e4tigt werden \u2013 wozu es ein Ged\u00e4chtnis braucht &#8211; oder es muss bei einem Missmatch eine Neueinsch\u00e4tzung erfolgen. Diese Prozesse laufen meist unbewusst ab und werden evtl. erst danach bewusst. Stossen Sie z.B. \u00fcberraschend auf ein Hindernis, so reagiert Ihr K\u00f6rper blitzschnell, ohne bewusstes Dazutun. Erst danach realisieren Sie, was passiert ist und bewegen sich vorsichtiger (Lernvorgang). Oder: Das Steuern eines Autos ist ein hochkomplexer Vorgang. Trotzdem k\u00f6nnen Sie ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren oder Ihren Gedanken nachh\u00e4ngen. Doch jede Situation erfordert unterschiedliche Grade an Aufmerksamkeit bzw. ein passendes Erregungsniveau.<\/p>\n<p><strong>3. Wann funktioniert das Hirn optimal?<\/strong><\/p>\n<p>Das Erregungsniveau, auch Arousal genannt, ist f\u00fcr den Bewusstseinsgrad verantwortlich. Das retikul\u00e4re Aktivierungssystem RAS als \u201eSitz\u201c des Arousals in der evolution\u00e4r \u00e4ltesten Hirnregion, dem Hirnstamm (Abb. 2), kontrolliert den Bewusstheitsgrad: \u00a0Bei keinem oder sehr geringem Arousal befinden wir uns im Koma oder Tiefschlaf, bei sehr hohem Arousal in extremer Angespanntheit, Stress bis hin zur Angst oder Panik. Allein anhand dieser Tatsache wird deutlich, wie zentral das Arousal f\u00fcr unsere Existenz ist!<\/p>\n<p>Das RAS steht zus\u00e4tzlich mit dem zirkadianen und ultradianen Rhythmus in Verbindung. Wie wir sp\u00e4ter noch sehen werden, spielt dieser Zusammenhang bei der Neurofeedback-Methode nach Othmer eine herausragende Rolle.<\/p>\n<p>Der zentrale Thalamus \u2013 Teil des limbischen Systems &#8211; ist dabei die Schaltstelle zwischen dem RAS im Hirnstamm und dem evolution\u00e4r jungen Kortex, der Signale vom Hirnstamm erh\u00e4lt um auf Stimuli aller Modalit\u00e4ten zu reagieren, und von frontalen kortikalen Arealen (Abb. 3).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro04.gif\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2315\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2315\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro04.gif?fit=560%2C533\" data-orig-size=\"560,533\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro04\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro04.gif?fit=300%2C286\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro04.gif?fit=560%2C533\" class=\"alignnone size-full wp-image-2315\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro04.gif?resize=560%2C533\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"533\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2316\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2316\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?fit=1023%2C1020\" data-orig-size=\"1023,1020\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro5\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?fit=300%2C300\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?fit=584%2C582\" class=\"alignnone size-full wp-image-2316\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?resize=584%2C582\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"582\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?w=1023 1023w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?resize=150%2C150 150w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?resize=300%2C300 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?resize=768%2C766 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro5.png?resize=301%2C300 301w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 3: Das Arousal wird im Hirnstamm (Brainstem) generiert, der seinerseits externe und interne sensorische Inputs erh\u00e4lt. Hypothalamus \u2013 verantwortlich f\u00fcr den \u00dcbergang zwischen Schlaf- und Wachzustand \u2013 sowie der f\u00fcr den zirkadianen Rhythmus verantwortliche suprachiasmatische Kern SCN im\u00a0basalen Vorderhirn. Die kognitiven Prozesse im Kortex wirken seinerseits wieder zur\u00fcck (nicht eingezeichnet).<\/em><\/p>\n<p>Das Arousal kann zu hoch sein (\u00dcberreaktion, Stress), zu tief (zu tr\u00e4ge Reaktion, Tagtr\u00e4umen) oder sich nicht hinreichend flexibel neuen Herausforderungen anpassen. Bei einem optimalen Arousal (Abb. 4) gelingt es dem Hirn eine dynamische Balance zwischen der Erregung und deren Hemmung zu finden, d.h. die Hirnaktivit\u00e4ten sind optimal reguliert. Genau hier setzt die Neurofeedback-Methode nach Othmer an: Es wird \u00fcber die oben erw\u00e4hnte Feedbackschlaufe versucht, Fehlregulationen zu korrigieren. Das Arousal steht mit vielen mentalen und vegetativen Funktionen in Wechselwirkung oder moduliert diese, weshalb ihm eine zentrale Rolle zugeordnet wird und Fehlregulationen als Ursache von neuronalen St\u00f6rungen angesehen werden (Abb. 5).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2320\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2320\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?fit=1661%2C1176\" data-orig-size=\"1661,1176\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro6\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?fit=300%2C212\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?fit=584%2C413\" class=\"alignnone size-full wp-image-2320\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?resize=584%2C413\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?w=1661 1661w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?resize=300%2C212 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?resize=768%2C544 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?resize=1024%2C725 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?resize=424%2C300 424w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro6.png?w=1168 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 4: \u201eInverted U\u201c des emotionalen Arousals. Im zeitlichen Mittel wird die optimale Leistungsf\u00e4higkeit bei einem mittleren Arousal erreicht. Je nach Anforderung muss aber das Arousal flexibel erh\u00f6ht oder erniedrigt werden k\u00f6nnen. Nach Othmer existieren im ILF-Bereich mehrere solche \u201eInverted U\u201c und es ist die Herausforderung des Therapeuten\/Trainers die optimale Reward-Frequenz ORF zu finden, welche dem Leistungsoptimum ents<\/em><em>pricht.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2322\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2322\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?fit=770%2C574\" data-orig-size=\"770,574\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro07\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?fit=300%2C224\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?fit=584%2C435\" class=\"alignnone size-full wp-image-2322\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?resize=584%2C435\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?w=770 770w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?resize=300%2C224 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?resize=768%2C573 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro07.jpg?resize=402%2C300 402w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 5. Zentrale Regulationsaufgabe des Arousals f\u00fcr kognitive, emotionale und K\u00f6rperfunktionen: a) Wahrnehmung der Aussenwelt (Exekutive Funktionen wie Kognition, Bewegungsplanung und \u2013aktivierung und Erregbarkeit des Wahrnehmungssystems und b) Wahrnehmung der Innenwelt (Affekt-Regulation, Balance des autonomen Systems und Interopzeption). <\/em><em>(Abbildung von S. Othmer aus Unterlagen eines EEG Info-Weiterbildungskurses)<\/em><\/p>\n<p><strong>4. Was passiert, wenn dem Hirn \u00fcber die Sinneskan\u00e4le die eigenen neuronalen Aktivit\u00e4ten zur\u00fcckgemeldet werden?<\/strong><\/p>\n<p>In allen Neurofeedback-Methoden \u2013 nicht nur bei der Methode nach Othmer &#8211; werden dem Hirn dessen neuronalen Aktivit\u00e4ten \u00fcber die Sinneskan\u00e4le auf bestimmte Art und Weise zur\u00fcckgemeldet. Die verschiedenen Neurofeedback-Methoden unterscheiden sich u.a. darin, welchen Hirnaktivit\u00e4ten was und wie zur\u00fcckgemeldet wird.<\/p>\n<p>Nun wissen wir, dass sich das Hirn wie eine Prognostizier-Best\u00e4tigungs-\u201eMaschine\u201c verh\u00e4lt. Es erkennt sehr rasch, dass die r\u00fcckgemeldeten Stimuli mit seinen Hirnaktivit\u00e4ten zusammenh\u00e4ngen, sofern die Neurofeedback-Parameter richtig gew\u00e4hlt werden. Sowohl im t\u00e4glichen Leben als auch w\u00e4hrend des Neurofeedback-Trainings erh\u00e4lt das Hirn permanent R\u00fcckmeldungen \u00fcber die Sinneskan\u00e4le. Worin liegt nun der Unterschied zwischen dem Alltagsleben und dem Neurofeedback-Training? W\u00e4hrend fehlregulierte Hirnaktivit\u00e4ten im Alltagsleben h\u00e4ufig kein ad\u00e4quates Feedback erhalten oder diese sogar aktiv unpassende Handlungen anstreben (z.B. Zwangshandlungen) und zudem die Feedbacks teils stark verz\u00f6gert erfolgen, besteht beim Neurofeedback die M\u00f6glichkeit, permanent optimale Feedback-Bedingungen aufrecht zu erhalten und die R\u00fcckmeldungen zeitnah zu gestalten. So befinden sich die Hirnaktivit\u00e4ten w\u00e4hrend eines Neurofeedbacktrainings im oder nahezu im optimalen Zustand. Das Erreichen eines optimalen Zustandes wird auch in der Ergotherapie durch Anleitung und Ausf\u00fchrung <em>konkreter Bet\u00e4tigungen<\/em> angestrebt, Insofern erg\u00e4nzen sich die beiden Methoden Ergotherapie und Neurofeedback in idealer Weise.<\/p>\n<p>Damit aber ein Neurofeedback-Training nachhaltig ist, muss eine weitere Eigenschaft des Hirns hinzukommen: Die neuronale Plastizit\u00e4t und damit verbunden die Lernf\u00e4higkeit. Lernen heisst, Neues erfassen und im Ged\u00e4chtnis behalten, was mit einer (anatomischen) Ver\u00e4nderung des neuronalen Netzwerkes und damit der Konnektivit\u00e4t verbunden ist. Diese Plastizit\u00e4t des neuronalen Netzwerkes macht sich das Neurofeedback zu Nutze. Die Nachhaltigkeit kann anhand von bildgebenden Verfahren wie qEEG, EKP und fMRI best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p><strong>5. Auf welche Art und Weise soll das Feedback erfolgen und was ist das Spezielle an der Neurofeedback-Methode nach Othmer?<\/strong><\/p>\n<p>Die EEG-Elektroden messen Potentialschwankungen an der Hirnhaut, die von der Aktivit\u00e4t von zehntausenden synchron sich entladenden Neuronen stammen. Diese teils rhythmischen, teils chaotischen Fluktuationen (\u03bcV bis mV) werden verst\u00e4rkt und zur Steuerung der visuellen, auditiven und taktilen Stimuli genutzt. Unter Anwendung eines speziellen Analyseverfahrens, der Fast Fourier-Transformation FFT, kann das EEG-Rohsignal in Frequenzb\u00e4nder aufgeteilt werden (Abb. 6), die in einem gewissen Zusammenhang mit dem Arousal stehen. Die drei Gr\u00f6ssen a) Amplitude, b) \u00c4nderung der Amplitude und c) Frequenz m\u00fcssen nun zur Steuerung des Feedbacks verwendet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro10.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2325\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2325\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro10.jpg?fit=800%2C400\" data-orig-size=\"800,400\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro10\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro10.jpg?fit=300%2C150\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro10.jpg?fit=584%2C292\" class=\"alignnone wp-image-2325\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro10.jpg?resize=584%2C298\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"298\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 6: A. Quantitatives EEG mit 2D-Darstellung verschiedener Frequenz-b\u00e4nder (Sch\u00e4del von oben). B. Charakteristische Fluktuationen der verschiedenen Frequenzb\u00e4nder (EEG-Spektrum). C. Mentale Zust\u00e4nde bei Dominanz der einzelnen Frequenzb\u00e4nder.<\/em><\/p>\n<p>Wie dies mit dem speziell aufbereiteten Rohsignal geschieht, darin unterscheiden sich die verschiedenen Neurofeedback-Methoden.<\/p>\n<p>Die\u00a0 neuronalen Aktivit\u00e4ten im Hirn werden \u00fcber ein ganzes Spektrum von sich \u00e4ndernden Frequenzen organisiert. Das Hirn ist ein h\u00f6chst sensibler Detektor der selbst generierten Frequenzen! Es ist ein Rhythmus-Organ! Damit dies erfolgreich geschieht, sollten sich die neuronalen Aktivit\u00e4ten in einem sogenannte selbstorganisierten kritikalen Zustand befinden (siehe Kapitel 7 und <a href=\"http:\/\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Ambulante-Begleitung-eines-ADHS-Klienten-mit-dem-synergetischen-Navigationssystem-SNS-und-Durchf\u00fchrung-von-Neurofeedback-Trainings-nach-der-Methode-Othmer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seminararbeit und Fallstudie<\/a>). Das Neurofeedback hilft dem Hirn, dieses Wechselspiel der verschiedenen Frequenzen von neuronalen Aktivit\u00e4ten zu optimieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2327\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2327\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?fit=824%2C618\" data-orig-size=\"824,618\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro11\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?fit=300%2C225\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?fit=584%2C438\" class=\"alignnone size-full wp-image-2327\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?resize=584%2C438\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?w=824 824w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?resize=768%2C576 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro11.jpg?resize=400%2C300 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abbildung 7: Dr. Siegfried Othmer, Erfinder der Neurofeedback-Methode nach Othmer (links) und Hard- und Software-Entwickler des Cygnet-Systems und CEO der BEE Medic GmbH Dr. Bernhard Wandernoth (rechts) in unserem Praxisraum in Hemberg. <\/em><\/p>\n<p>Noch ein paar Bemerkungen zu den Feedback-Stimuli. Um dem Hirn eine Information zu vermitteln, wird die Qualit\u00e4t der Stimuli entsprechend den Hirnaktivit\u00e4ten ver\u00e4ndert, bei visuellen z.B. die Geschwindigkeit, die Bildsch\u00e4rfe, die Helligkeit, die Farbs\u00e4ttigung, die Bildgr\u00f6sse, etc. (Abb. 8), bei den auditiven die Lautst\u00e4rke, die Tonh\u00f6he, etc. und bei den taktilen die Vibrationsfrequenz und \u2013st\u00e4rke. Wie angenehm die Stimuli empfunden werden sollen, h\u00e4ngt mit zwei Ans\u00e4tzen zusammen: a) Angenehm als Belohnung f\u00fcr erw\u00fcnschte Hirnaktivit\u00e4ten bzw. Frequenzen\/Amplituden und\/oder b) Wechsel von angenehm zu weniger angenehm und vice versa korrespondierend mit \u00c4nderungen bestimmter Hirnaktivit\u00e4ten\/Frequenzen\/Amplituden. Im Fall a) liegt ein operantes Konditionieren vor, d.h. der Therapeut oder die Software bestimmen, welche Art von Hirnaktivit\u00e4ten erw\u00fcnscht sind und setzen entsprechend die Schwellenwerte, im Fall b) haben wir es mit Selbstorganisation zu tun, d.h. dem Hirn wird mit nur wenigen Vorgaben und Einschr\u00e4nkungen (Inhibits) r\u00fcckgemeldet, was es gerade tut: \u201eDas bin ja ich!\u201c<\/p>\n<p>Interessant ist, dass jene Bildsequenzen der Videos als besonders entspannend wahrgenommen werden, wenn sie eine ausgesprochene r\u00e4umliche statistische Fraktalit\u00e4t aufweisen (siehe \u201eSeminararbeit und Fallstudie\u201c), wie z.B. nat\u00fcrliche und gewisse kultivierte Landschaften, Pflanzen, historische urbane Gebiete, Gem\u00e4lde, etc. Analoges gilt zeitlich bei den auditiven und taktilen Feedbacks. Diese statistische Fraktalit\u00e4t zeigt auch das neuronale Netzwerk sowohl zeitlich als auch r\u00e4umlich!!! (vgl. Kapitel 7 und <a href=\"http:\/\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Ambulante-Begleitung-eines-ADHS-Klienten-mit-dem-synergetischen-Navigationssystem-SNS-und-Durchf\u00fchrung-von-Neurofeedback-Trainings-nach-der-Methode-Othmer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seminararbeit und Fallstudie<\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro12.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2328\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2328\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro12.png?fit=276%2C200\" data-orig-size=\"276,200\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro12\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro12.png?fit=276%2C200\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro12.png?fit=276%2C200\" class=\"alignnone wp-image-2328\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro12.png?resize=548%2C401\" alt=\"\" width=\"548\" height=\"401\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 8. \u201eInner Tube\u201c als Beispiel eines visuellen Feedbacks. <\/em><\/p>\n<p>Traditionell werden bei EEG-Messungen Signale im Frequenzbereich zwischen 1 und 40 Hz ausgewertet (Hz: Schwingungen pro Sekunde). Die Othmers sind das Wagnis eingegangen \u2013 gegen die Kritik der Mainstream-Neuropsychologen \u2013 viel tiefere \u201eFrequenzen\u201c f\u00fcr das Feedback zu nutzen (sogenannte Infra-Low-Frequenzen ILF), so tiefe, dass eigentlich nicht mehr von Frequenzen gesprochen wird, sondern von sogenannten \u201eSlow Cortical Potentials\u201c, d.h. von sich langsam ver\u00e4ndernden kortikalen Potentialen. Es wird das extrem langsame Auf und Ab der Potentiale mit Perioden von vielen Minuten zum Steuern der Feedback-Stimuli genutzt. Dazu m\u00fcssen raschere Fluktuationen nach einem ausgekl\u00fcgelten Verfahren weggefiltert werden. Die h\u00f6heren Frequenzen im klassischen EEG-Frequenzbereich werden bei der Neurofeedback-Methode nach Othmer als sogenannte Inhibits genutzt: Zu hohe oder zu tiefe Amplituden (\u201eAusreisser\u201c) werden nicht belohnt, passende jedoch schon. Im ILF-Bereich wird bei der ORF die Regulation dem Hirn \u00fcberlassen (Selbstregulation, Selbstorganisation), im h\u00f6heren Frequenzbereich werden nicht alle momentanen neuronalen Zust\u00e4nde zugelassen und entsprechend bleibt die Belohnung aus; die Inhibits bzw. Schwellenwerte werden \u00fcberschritten. Es wird also im unteren Frequenzbereich (ILF) die F\u00e4higkeit zur Selbstorganisation bzw. die Selbstregulationsf\u00e4higkeit gef\u00f6rdert, w\u00e4hrend im oberen (EEG) operantes Konditionieren angewendet wird. So erh\u00e4lt der Klient bei der Othmer-Methode zwei Arten von R\u00fcckmeldungen: Das Auf und Ab der ILF-Potentiale und die \u201eAusreisser\u201c von Amplituden bei den h\u00f6heren EEG-Frequenzen. Mit diesem Ansatz ist es gelungen, eine breite Palette von neurologischen St\u00f6rungen bei Patienten zu behandeln. Dieser Mix ist ein Markenzeichen der Neurofeedback-Methode nach Othmer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro13.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2330\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2330\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro13.png?fit=410%2C300\" data-orig-size=\"410,300\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro13\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro13.png?fit=300%2C220\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro13.png?fit=410%2C300\" class=\"alignnone wp-image-2330\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro13.png?resize=549%2C405\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"405\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 9: EEG-Rohsignal (oben), aufgeteilt in die verschiedenen Frequenzb\u00e4nder von 1 bis 40 Hz mit sich zeitlich ver\u00e4ndernden Amplituden in 3D-Darstellung (Mitte) und (unten) Inhibits mit aktuellen Amplituden (Balken) und dynamisch angepassten Schwellenwerten (blaue Linien). Mit Schiebern kann die \u201eStrenge\u201c des Rewards und der Inhibits eingestellt werden (links).<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2331\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2331\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?fit=1590%2C828\" data-orig-size=\"1590,828\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro14\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?fit=300%2C156\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?fit=584%2C304\" class=\"alignnone size-full wp-image-2331\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?resize=584%2C304\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?w=1590 1590w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?resize=300%2C156 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?resize=768%2C400 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?resize=1024%2C533 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?resize=500%2C260 500w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro14.png?w=1168 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb.10: Trend von f\u00fcnf Frequenzb\u00e4ndern Delta, Theta, Alpha, Beta (Gamma fehlt). Im zeitlichen Mittel nehmen die Amplituden bei ausbalancierten neuronalen Aktivit\u00e4ten von tiefen nach h\u00f6heren Frequenzen \u00fcberproportional zu (Elektrodenposition T4-P4 im 10-20-System). <\/em><\/p>\n<p>Zentrale Aufgabe der Therapeutin, des Trainers ist es nun, a) die EEG-Elektroden am richtigen Ort zu platzieren, da den verschiedenen Hirnarealen unterschiedliche Funktionen zukommen und b) die optimale Position des Filters bzw. die optimale ILF zu finden. Letztere betrifft das Arousal, das offenbar &#8211; wie die Othmers empirisch ermittelt hatten &#8211; mit sehr tiefen Infra-Low-Frequenzen (ILF) korrespondiert. Es liegt nun am Neurofeedback-Therapeuten\/Trainerin durch Befragung und Beobachtung der Klientin die optimale Reward-Frequenz (ORF) zu finden und so das Neurofeedback-Training bei optimalem Arousal durchzuf\u00fchren. Wird dies erreicht, ist mit raschen Trainingsfortschritten zu rechnen und die Regulationsf\u00e4higkeit der neuronalen Aktivit\u00e4ten verbessert sich.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, basieren die meisten Neurofeedback-Methoden auf einem Frequenzband-Training (\u03b4, \u03b8, \u03b1, \u03b2, \u03b3), welches als operantes Konditionieren aufgefasst werden kann. Die Fluktuationen von ausgew\u00e4hlten Frequenzb\u00e4ndern m\u00fcssen sich innerhalb gewisser Grenzwerte bewegen (Inhibits). Trainings bei den SCPs (Slow Cortical Potentials = Langsame Kortikale Potentiale) liegen hingegen weit unterhalb des EEG-Bereichs, w\u00e4hrend bipolare Trainings die Potentialdifferenz der Elektroden zweier aktiven Areale messen (nicht monopolar des aktiven Areals gegen einen \u201einaktiven\u201c Ort).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2309\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2309\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png?fit=543%2C549\" data-orig-size=\"543,549\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"image004\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png?fit=297%2C300\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png?fit=543%2C549\" class=\"alignnone wp-image-2309\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png?resize=452%2C457\" alt=\"\" width=\"452\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png?w=543 543w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/image004.png?resize=297%2C300 297w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb.11: Die Othmer-Methode stellt die Schnittmenge von drei verschiedenen Neurofeedback-Ans\u00e4tzen dar: Das Frequenztraining der meisten Neurofeedback-Methoden, das Slow Cortical Potential-Training, welches die Gruppe um Niels Birbaumer in T\u00fcbingen praktiziert und das Bipolare Training, das Bestandteil der meisten Neurofeedback-Methoden ist<\/em><\/p>\n<p>Die Feedbackparameter wurden zusammen mit der Hard- und Software optimiert und weiterentwickelt. Dies f\u00fchrte dazu, dass mittlerweile\u00a0Signale in das Training mit einbezogen werden,\u00a0die bis anhin immer als &#8222;Baseline Wander&#8220; weggefiltert wurden, n\u00e4mlich die ganz tiefen Frequenzen (ILF = Infra Low Frequency). Einzig das Verfahren des SCP Trainings (Slow Cortical Potentials = Langsame Kortikale Potentiale) arbeitet ebenfalls in diesem Bereich.<\/p>\n<p>Das heutige\u00a0 Othmer-Verfahren stellt eine Kombination aus drei leistungsf\u00e4higen Einzelkomponenten dar:<\/p>\n<p><em>1.Klassisches Frequenzbandtraining im EEG-Bereich von 1 bis 40Hz<\/em>: Das klassische Frequenzbandtraining ist klarer Bestandteil von Cygnet und dem Othmer-Verfahren. selbst wenn bei niedrigen Frequenzen gearbeitet wird, wird die Dynamik der Feedbackverfahren genutzt; ausserdem sind immer viele individuelle Inhibits am Werke, bis hinauf zu 40 Hz.<\/p>\n<p>2. <em>ILF Training<\/em>: Die Wirksamkeit der Arbeit im Bereich der langsamen kortikalen Potentiale ist dank der vielen Studien der letzten Jahre inzwischen klar bewiesen.<\/p>\n<p>3. <em>Bipolares Training<\/em>: Empirische Untersuchungen haben klar gezeigt, dass\u00a0 R\u00fcckmeldungen ans Gehirn, wie die zwei Regionen im Verh\u00e4ltnis zueinander arbeiten, wesentlich effizienter ist als nur die Aktivit\u00e4t einer einzigen anzuzeigen (gemessen gegen \u201enichtaktiven\u201c Mastoid). Die meisten Protokolle des Othmer-Verfahrens basieren deshalb auf bipolaren Ableitungen.<\/p>\n<p><strong>6. Welche Trainingsdesigns stehen im Vordergrund?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ein bedeutender Unterschied zwischen der kognitiven Neuropsychologie und dem Neurofeedback-Methode nach Othmer liegt darin, dass erstere sich vornehmlich am engagierten, letztere am mit sich selbst besch\u00e4ftigten Hirn interessiert, insbesondere dem Default-Mode-Netzwerk (Abb. 12), welches vor allem im ruhenden und entspannten Zustand aktiv ist, aber auch dem Salient-Netzwerk, welches potentielles Engagement vorbereitet. Besonders aktive und stark vernetzte Neuronengruppen (Hubs) sind bei den wichtigsten Elektrodenpositionen der NFB zu finden. Die Potentialschwankungen dieser Hubs werden bipolar, d.h. paarweise gegeneinander gemessen. Je<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\">nach Befindlichkeit des Klienten werden am h\u00e4ufigsten folgende Elektrodenpositionen gew\u00e4hlt: Temporal rechts (T4) und parietal rechts (P4), temporal links (T3) und rechts (T4), temporal rechts (T4) und pr\u00e4frontal rechts (Fp2), parietal links (P3) und rechts (P4). Zur St\u00e4rkung der Aufmerksamkeit und kognitiven Kontrolle kommt beim engagierten Hirn auch das Biofeedback (pIR) zum Einsatz (siehe Link Biofeedback), welches die Durchblutung pr\u00e4frontalen Regionen unterst\u00fctzt (links, Mitte und rechts (Fp1, Fpz und Fp2). Neben den ILF- Trainings kommt oft auch im h\u00f6heren EEG-Frequenzbereich das sogenannte Alpha-Theta-Training zur Anwendung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro20.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2334\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2334\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro20.jpg?fit=800%2C400\" data-orig-size=\"800,400\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro20\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro20.jpg?fit=300%2C150\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro20.jpg?fit=584%2C292\" class=\"alignnone wp-image-2334\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro20.jpg?resize=584%2C298\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"298\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 12: Das gesamte neuronale Netzwerk setzt sich aus Untergruppen von Netzwerken zusammen, die je nach mentalem Zustand und Engagement besonders aktiv sind. Die NFB hat vor allem die Balance der neuronalen Aktivit\u00e4ten bzw. Regulation im Default Mode-Netzwerk (DMN) im Fokus, aber auch des Salient-Netzwerkes (links oben). Bevorzugte Elektrodenpositionen der NFB (rechts oben) und die vier Lappen des Kortex&#8216; (rechts unten).<\/em><\/p>\n<p><strong>7. Das Hirn ein Rhythmus-Organ?<\/strong><\/p>\n<p>Die Funktionsweise des Hirns kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden: Es kann interessieren, welche Areale bei welchen mentalen Prozessen und welchem Verhalten aktiv sind und in welche Richtungen der Informationsfluss fliesst. Das Hirn kann aber auch als Rhythmusorgan betrachtet werden, mit dynamisch sich ver\u00e4ndernden Frequenzb\u00e4ndern und Amplituden. Diese Perspektive nimmt die NFB ein. Dabei st\u00f6sst man auf \u00fcberraschende Gesetzm\u00e4ssigkeiten: Ein ausbalanciertes Hirn befindet sich im sogenannten selbstorganisierten kritikalen Zustand SOC. Lawinenartige neuronale Entladungen wechseln sich ab mit wellenf\u00f6rmigen Fluktuationen. Tr\u00e4gt man die verschiedenen Frequenzen der Frequenzb\u00e4nder gegen deren Amplituden auf, so erh\u00e4lt man eine 1\/f-Charakteristik. Und untersucht man die Struktur des neuronalen Netzwerkes, die eine solche Dynamik hervorbringt, so gleicht sie einem Small-world-, genauer einem fraktalen Netzwerk (Abb. 13) und zeigt eine 1\/n-Charakteristik (n: Anzahl Verkn\u00fcpfungen), d.h. sowohl die zeitliche als auch r\u00e4umliche Dimension ist skaleninvariant (fraktal); sie zeigen im Kleinen wie im Grossen, bei tiefen wie bei hohen Frequenzen \u00e4hnliche Muster. Eine Eigenschaft von fraktalen System ist, dass sich Ver\u00e4nderungen an einer Stelle (Skala) auf das ganze System auswirken k\u00f6nnen, wobei i.a. die Langsamen (ILF!) und Grossen (Hubs) mehr bewirken als die Schnellen (EEG!) und Kleinen (Neuronen). Die NFB nutzt diese Eigenschaft des neuronalen Netzwerkes, indem sie bei den langsamen ILF-Fluktuationen ansetzt. Diese modulieren die h\u00f6heren EEG-Frequenzen, die haupts\u00e4chlich bei kognitiven Prozessen hervortreten. Interessant ist, dass das Hirn auf seine eigenen langsamen Potential\u00e4nderungen \u00e4usserst empfindlich und rasch reagiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2336\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2336\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?fit=800%2C400\" data-orig-size=\"800,400\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro23\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?fit=300%2C150\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?fit=584%2C292\" class=\"alignnone size-full wp-image-2336\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?resize=584%2C292\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?w=800 800w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?resize=300%2C150 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?resize=768%2C384 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro23.jpg?resize=500%2C250 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 13: Fraktales neuronales Netzwerk, links ein schematischer Ausschnitt einer bestimmten Gr\u00f6ssenordnung des fraktalen Netzwerkes rechts. Die Gr\u00f6sse der Kugeln repr\u00e4sentieren das Mass der Vernetzung der verschiedenen Knoten und Hubs.<\/em><\/p>\n<p><strong>8. Das synergetische Navigationssystem SNS von Prof. G\u00fcnter Schiepek (Paracelsus Medizinischen Privatuniversit\u00e4t PMU in Salzburg)<\/strong><\/p>\n<p>Da wir selber in unserer Praxis f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Klientinnen oder Klienten das synergetische Navigationssystem SNS von Professor Schiepek und Mitarbeitern einsetzen und das SNS in Kombination mit dem Neurofeedback als sehr geeignet erachten, soll es hier kurz vorgestellt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2337\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2337\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?fit=898%2C671\" data-orig-size=\"898,671\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro24\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?fit=300%2C224\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?fit=584%2C436\" class=\"alignnone size-full wp-image-2337\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?resize=584%2C436\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"436\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?w=898 898w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?resize=300%2C224 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?resize=768%2C574 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro24.jpg?resize=401%2C300 401w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 14: Prof. G\u00fcnter Schiepek demonstriert 2016 an seinem Institut Dr. Siegfried Othmer und Dr. Bernhard Wandernoth sein computerbasiertes synergetisches Navigationssystem SNS zur Datenerfassung und \u2013aufbereitung von Therapieprozessen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ziel der Neurofeedback-Trainings ist es, die Selbstregulationsf\u00e4higkeit des Hirns zu verbessern. Eine Ver\u00e4nderung der Selbstregulationsf\u00e4higkeit geht stets einher mit einer Ver\u00e4nderung der Befindlichkeit und des Verhaltens der Klientin. Um jedoch die Neurofeedback-Methode nach Othmer optimal einsetzen zu k\u00f6nnen, ist es unabdingbar, Kenntnis von der momentanen Wirkung des Trainings und dessen Einfluss auf die folgenden Tage zu haben. Die Befragung der Klienten \u00fcber deren Befindlichkeit w\u00e4hrend der vergangenen Woche kann jedoch nicht mehr als bruchst\u00fcckhafte Informationen \u00fcber den Zustand des Klienten liefern und gibt keinen Einblick in dessen Dynamik. Die Kenntnis der Dynamik erleichtert jedoch einerseits eine optimale Wahl des Trainingsdesigns (Rewardfrequenz ORF, Elektrodenpositionierungen, Feedbacks), andererseits das Identifizieren von kritischen Phasen bei der Klientin. Mit dem SNS hat nun der Trainer oder die Therapeutin exakt jenes Instrument in der Hand, welches die L\u00fccken zu schliessen vermag.<\/p>\n<p>Das SNS ist ein vielseitig einsetzbares, internetbasiertes Instrument f\u00fcr ein Prozessmonitoring. Es basiert auf der Theorie komplexer dynamischer Systeme, der Synergetik (mehr dazu in \u201eSeminararbeit und Fallstudie) und erlaubt w\u00e4hrend einer station\u00e4ren oder ambulanten Therapie Daten von vorzugsweise t\u00e4glichen Selbstbefragungen (und auch Fremdbefragung) zu erfassen, als Zeitreihen darzustellen und auszuwerten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einer wirksamen Therapie kommt und soll es zu Ver\u00e4nderungen des Verhaltens und der Befindlichkeit kommen. Diese \u00dcbergangsphasen \u2013 auch kritische Fluktuationen oder Instabilit\u00e4ten genannt &#8211; k\u00f6nnen\u00a0 kurzfristig erratisch sein und sollten wie bei Epilepsien oder Erdbeben fr\u00fchzeitig erkannt werden. Die auf der Basis von selbst erstellten, individualisierten oder\/und standardisierten Frageb\u00f6gen erfassten Zeitreihen werden im SNS speziellen mathematischen Verfahren unterworfen. So erlaubt das SNS z.B. ausgew\u00e4hlte Zeitreihen \u00fcbereinander zu legen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Merkmalen eines Therapieverlaufes zu ermitteln, mit der dynamischen Komplexizit\u00e4t (Abb. 15 links oben) kritische Instabilit\u00e4ten zu identifizieren, mit einem Komplexizit\u00e4ts-Resonanz-Diagramm von allen Merkmalen besonders kritischen Items ausfindig zu machen (Abb. 15 rechts oben), mittels Recurrence-Plots charakteristische Verhaltens, Denk- und Emotionsmuster zu erkennen (Abb. 15 unten), etc. Die so aufbereiteten Daten werden periodisch gemeinsam mit der Klientin besprochen. Das SNS legt das Schwergewicht auf die Dynamik eines Therapieprozesses bzw. auf Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Das SNS wird detaillierter besprochen in der <em>Seminararbeit mit Fallbeispiel<\/em><\/p>\n<p>Mehr zum SNS: <a href=\"http:\/\/www.complexity-research.com\/snsSynergetik.htm\">http:\/\/www.complexity-research.com\/snsSynergetik.htm<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2339\" data-permalink=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?attachment_id=2339\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?fit=800%2C600\" data-orig-size=\"800,600\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"neuro28\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?fit=300%2C225\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?fit=584%2C438\" class=\"alignnone size-full wp-image-2339\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?resize=584%2C438\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?w=800 800w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?resize=300%2C225 300w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?resize=768%2C576 768w, https:\/\/i0.wp.com\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/neuro28.png?resize=400%2C300 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 15: Zeitreihe (blau) und dynamische Komplexizit\u00e4t (rot). Man erkennt sofort, dass Mitte August beim Faktor \u201eEmotionen\u201c eine kritische Instabilit\u00e4t vorliegt. (oben rechts, A). Im Komplexizit\u00e4ts-Resonanz-Diagramm ist eine Synchronizit\u00e4t zwischen Item 4 und 12 nach etwa 2\/3 des Therapieprozesses identifizierbar (rot), jedoch nicht zu Beginn (oben rechts, B). Im Recurrence Plot sind zwei farblich recht klar getrennte Rechtecke zu erkennen, die zeigen, dass beim Item \u201eExistenz\u00e4ngste\u201c nach etwa 25 Tagen eine \u00c4nderung eintritt.\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p>\u201e<a href=\"http:\/\/neurokultur.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Ambulante-Begleitung-eines-ADHS-Klienten-mit-dem-synergetischen-Navigationssystem-SNS-und-Durchf\u00fchrung-von-Neurofeedback-Trainings-nach-der-Methode-Othmer.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ambulante Begleitung eines ADHS-Klienten mit dem synergetischen Navigationssystem SNS und Durchf\u00fchrung von Neurofeedback-Trainings nach der Methode Othmer<\/a><em>r<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Abschliessend hoffen meine Frau und ich, dass die Neurofeedback-Methode nach Othmer zusammen mit dem synergetischen Navigationssystem von Professor G\u00fcnter Schiepek im therapeutischen Bereich vermehrt Fuss fassen wird. Aus vielen Jahren Praxiserfahrung wissen wir um die Wirksamkeit des Cygnet-Systems.<\/p>\n<h1>Literatur<\/h1>\n<ul>\n<li>Endogenous Neuromodulation at Infralow Frequencies. S. Othmer, S. Othmer, D. Kaiser, J. Putman. Seminars in Pediatric Neurology (2013)<\/li>\n<li>Praxisbuch Biofeedback und Neurofeedback. M. Weidemann et al. Springer (2013)<\/li>\n<li>Synergetik in der Psychologie. H. Haken, G. Schiepek. Hogrefe (2006)<\/li>\n<li>Integrative Psychotherapy. A Feedback-Driven Dynamic Systems Approacch. G. Schiepek, H. Eckert, B. Aas, S. Wallot, A. Wallot. Hogrefe (2015)<\/li>\n<li>Rhythm of the Brain. Gy\u00f6rgy Buzs\u00e1ki. Oxford University Press (2006)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In eigener Sache W\u00e4hrend rund 15 Jahren wendete meine Frau Liselotte Rittmeyer das Neurofeedback-System Cygnet von Sigfried Othmer in LA (USA) und Bernhard Wandernoth in Kirchberg (SG) erfolgreich in ihrer Praxis f\u00fcr Ergotherapie und Neurofeedback an, mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung des &hellip; <a href=\"http:\/\/neurokultur.ch\/?p=2306\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2306","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-neurofeedback"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8sny6-Bc","jetpack-related-posts":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2306"}],"version-history":[{"count":44,"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2712,"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2306\/revisions\/2712"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/neurokultur.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}