{"id":276,"date":"2016-11-25T14:54:33","date_gmt":"2016-11-25T14:54:33","guid":{"rendered":"http:\/\/neurokultur.ch\/?p=276"},"modified":"2018-02-21T16:54:10","modified_gmt":"2018-02-21T16:54:10","slug":"viele-einzelteile-ergeben-ein-ganzes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/neurokultur.ch\/?p=276","title":{"rendered":"Viele Einzelteile ergeben ein Ganzes. Toggenburger Tagblatt (04.11.2014)"},"content":{"rendered":"<p>Toggenburger Tagblatt, 4. November 2014, 07:34 Uhr<\/p>\n<p><strong>Viele Einzelteile ergeben ein Ganzes<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00abParadiesv\u00f6gel\u00bb Ren\u00e9 Bucher und Liselotte Rittmeyer (aussen) freuen sich \u00fcber die farbenfrohe Ausstellung der Geschwister Sibylle Gut und Andreas Amb\u00fchler in ihrem Haus. (Bild: Thomas Geissler)<\/p>\n<p><strong>HEMBERG. Am Sonntag feierten die Geschwister Sibylle Gut und Andreas Amb\u00fchler im \u00abHaus der Paradiesv\u00f6gel\u00bb in Hemberg die Vernissage einer gemeinsamen Ausstellung, mit der sie das Haus mit der kunstvollen Geschichte noch bunter machen.<\/strong><\/p>\n<p>NADINE RYDZYK<\/p>\n<p>Das \u00abHaus der Paradiesv\u00f6gel\u00bb in Hemberg hat seinen Namen von seinen Bewohnern, Liselotte Rittmeyer und Ren\u00e9 Bucher, erhalten. Wie Liselotte Rittmeyer erkl\u00e4rt, sind nicht nur am und im Haus sowie im Garten \u00fcberall sowohl echte V\u00f6gel als auch Skulpturen von diesen zu finden, sondern \u00abmanchmal sind auch wir die Paradiesv\u00f6gel\u00bb. Vor zwei Jahren kaufte das Paar das Haus, das eine durchaus kunstvolle Geschichte hat. So soll kein Geringerer als Friedensreich Hundertwasser 1956 einige Bilder hier gemalt haben. Zeitweise diente das Haus auch als Gemeindeb\u00fcro und Kinderheim, war aber \u00fcber weite Strecken auch das Heim diverser K\u00fcnstler.<\/p>\n<p><strong>Der Kunst verfallen<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl Liselotte Rittmeyer, die schon als kleines M\u00e4dchen begann, zu n\u00e4hen, Schmuck zu basteln und seitdem in vielerlei Hinsicht ihre k\u00fcnstlerische Ader als Hobby ausgelebt und auch diverse Ausstellungen organisiert hat, als auch Ren\u00e9 Bucher, der in seiner Freizeit gerne malt und Lithographien macht, haben ein Herz, das f\u00fcr die Kunst schl\u00e4gt. Vor diesem Hintergrund lag es also nahe, das Haus nicht nur zu bewohnen, sondern auch immer wieder f\u00fcr kulturelle Anl\u00e4sse zu \u00f6ffnen. Damit begann man bereits im vergangenen Jahr. \u00abF\u00fcr uns ist das nat\u00fcrlich ein Verlustgesch\u00e4ft, aber andere fahren f\u00fcr das Geld in den Urlaub und wir machen stattdessen eben ein Kulturprogramm\u00bb, erz\u00e4hlt Ren\u00e9 Bucher. Als Pension\u00e4re verwirklichen sich die beiden damit einen Traum. \u00abEs ist uns ein Anliegen, die Kunst und Kultur aus der Region nach Hemberg zu holen, den Kunstschaffenden damit auch eine Plattform zu geben und dabei immer auch besondere Ausstellungen und Anl\u00e4sse bieten zu k\u00f6nnen\u00bb, fasst Liselotte Rittmeyer zusammen. So fand schon eine Wein- und K\u00e4sedegustation statt und auch \u00abKnuts Koffer\u00bb waren bereits f\u00fcr ein Konzert zu Gast in der Haldenstrasse 3. Nun findet erstmals eine Ausstellung statt. An dieser zeigen die Lichtensteiger Goldschmiedin Sibylle Gut und ihr Bruder Andreas Amb\u00fchler ihre Werke. Ins Auge sticht dabei zun\u00e4chst die Farbenpracht, mit der Andreas Amb\u00fchler seine Objekte, Textilien, Bilder und Glasperlenstickereien gestaltet hat. Der ausgebildete Schneider und Designer arbeitete bereits f\u00fcr namhafte Modeh\u00e4user rund um den Globus. Mit seiner Schwester in einem k\u00fcnstlerischen Elternhaus aufgewachsen, bestand von jeher der Kontakt zum Kulturschaffen. Und diverse Kulturen sind es auch, die in seinen Objekten entdeckt werden k\u00f6nnen \u2013 sei es in Jacken aus Afrika oder Glasperlenstickereien wie in Lappland. Die St\u00fccke seiner Ausstellung bilden aber dennoch einen zusammengeh\u00f6rigen Satz Requisiten, inspiriert von Gustav Flauberts Romanfigur \u00abSalammbo\u00bb. \u00abIrgendwie enden die Requisiten immer als Ausstellung\u00bb, kommentiert der K\u00fcnstler, dem es auch nicht leicht f\u00e4llt, Einzelteile des Gesamtpaketes zu ver\u00e4ussern, \u00abdenn eigentlich geh\u00f6rt alles zusammen\u00bb. Viele Einzelteile, die ein Ganzes ergeben, sind auch die Leidenschaft und Profession seiner Schwester Sibylle Gut. Die Goldschmiedin zeigt eine Auswahl an Schmuckst\u00fccken aus ihrer Hand und stand bez\u00fcglich der Machart und Arbeitsweise bei der Vernissage den Interessierten Rede und Antwort. Auff\u00e4llig ist, dass sie nicht nur gerne Steine verarbeitet und geschickt mit Metall kombiniert, sondern offensichtlich das Opulente an einem Schmuckst\u00fcck liebt. \u00abIn der Herstellung, aber auch als getragenes Schmuckst\u00fcck ist gross viel interessanter und spannender als klein\u00bb, erkl\u00e4rt sie. \u00abWenn man Schmuck tr\u00e4gt, sollte man diesen auch sehen.\u00bb Dabei wandelt sie auch gerne auf der Grenze zur Kunst und schreitet \u00fcber dieselbe. So hat sie auch Schmuckst\u00fccke gefertigt, die so gross sind, dass sie als Objekte gelten, sowie solche, die Kunstwerke sind, aber auch getragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Ein Paradies f\u00fcr die Kultur<\/strong><\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes wird die Formation \u00abForever Young\u00bb von Peter Roth von der guten Akustik im jeweils zu den Veranstaltungen leerger\u00e4umten Praxisraum von Liselotte Rittmeyer profitieren und das Publikum begeistern k\u00f6nnen. Danach zeigt die K\u00fcnstlerin Veronika Kisling Portr\u00e4tbilder und Koproduktionen mit ihrer behinderten Tochter Helena, bevor ein Tag der offenen T\u00fcr dazu einl\u00e4dt, mehr \u00fcber die Arbeit von Liselotte Rittmeyer in der Ergotherapie und im Neurofeedback zu erfahren. Aber auch ein Vortrag zu Paradiesv\u00f6geln inklusive einer Paradiesvogel-Bastelstunde f\u00fcr Kinder ist bereits in Planung. Als pers\u00f6nlichen Wunsch m\u00f6chte Liselotte Rittmeyer auch irgendwann die Arbeiten von der Handweberin Sonja Amb\u00fchler, der Mutter der beiden aktuellen Aussteller, pr\u00e4sentieren. \u00abAber auch die Werke von Carmen Reichberger w\u00fcrde ich gerne in diesem Rahmen zeigen\u00bb, erkl\u00e4rt sie. Fest steht bereits, dass Thomas Friedl aus Ganterschwil, der bereits viele V\u00f6gel im Garten der beiden Kunstfreunde plazieren durfte, eine Ausstellung im \u00abHaus der Paradiesv\u00f6gel\u00bb machen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Toggenburger Tagblatt, 4. November 2014, 07:34 Uhr Viele Einzelteile ergeben ein Ganzes Die \u00abParadiesv\u00f6gel\u00bb Ren\u00e9 Bucher und Liselotte Rittmeyer (aussen) freuen sich \u00fcber die farbenfrohe Ausstellung der Geschwister Sibylle Gut und Andreas Amb\u00fchler in ihrem Haus. 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