Wir

Liselotte Rittmeyer

Nichtsahnend, dass ich ewig im Toggenburg bleiben würde, kam ich im November 73 nach der Ergotherapie-Ausbildung nach Wattwil. Als Bernerin hörte für mich die Schweiz in Rapperswil auf!

In der Therapiestelle für Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen konnte ich die Ergotherapie aufbauen. Im Vordergrund stand immer die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Die verschiedenen intensiven Fortbildungen brachten mich mit den verschiedensten Fachleuten – auch aus dem Ausland – in Kontakt (Bobath-Kurse, Alternative Kommunikation, Neurofeedback, etc.).

In meiner eigenen Praxis seit 1989 konnte ich meinen persönlichen Therapiestil weiter entwickeln und mir neue Ansätze aneignen.

In Zusammenarbeit mit der Fachfrau Metie Dirks aus Holland führte ich Seminare in Alternativer Kommunikation für Eltern und Fachleute durch. Diese Pionierarbeit brachte viele Kinder und junge Erwachsene ohne Lautsprache zur Kommunikation. Später kam die intensive Zusammenarbeit mit Dr. Fritz Janssen, Verhaltenstherapeut aus Deutschland, dazu. Die Organisation von ca. 25 Elternseminaren und unzähligen Fachvorträgen (in der HSG mit über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern) waren ein Highlight.

Die vielen, sehr positiven Rückmeldungen und auch späteren Begegnungen mit ehemaligen Therapiekindern waren und sind ein Anstoss, meine Arbeit mit kleinem Pensum auch nach der Pensionierung weiterzuführen.

Vor 14 Jahren kam Neurofeedback dazu. Die Begegnung und regelmässigen Kontakte mit dem Entwickler von Cygnet eröffneten mir eine neue Dimension. Der Erfahrungsaustausch mit Siegfried Othmer in unserem Haus und in Los Angeles bestärkt uns in der Überzeugung, dass das Cygnet-System ein zukunftsweisender therapeutischer Ansatz ist. Seit bald vier Jahren verbinden mein Mann und ich die beiden spannenden Gebiete Neurowissenschaft und Kultur miteinander.

Schon als Primarschülerin verbrachte ich einen Grossteil meiner Freizeit in der benachbarten Töpferei und kam so früh in Kontakt mit einem traditionellen Kunsthandwerk. Damit wurde die Leidenschaft für jegliche kunsthandwerklichen Tätigkeiten geweckt.

Nach wie vor ganz in der Praxis, konfrontiert mit allen Problemen, erlebe ich einen anregenden Arbeitsalltag, gewürzt mit kulturellen Aktivitäten in unserem Hause. Gestalten mit Ton in Schülerworkshops, Projekte zum Thema Hundertwasser, Degustationen von Wein und Käse animiert von Musik und die Umsetzung von vielen weiteren Ideen stehen noch an.

 

René Bucher

Zu meiner grossen Überraschung und Freude durften viele meiner früheren Tätigkeiten und Interessen eine Wiederbelebung erfahren. Nie hätte ich gedacht, dass vier Dekaden später meine Promotion in Quantenchemie an der ETH Zürich den Zugang zur Neurofeedback-Methode, den Neurowissenschaften, der Psychologie und Diagnostik erleichtern würde. Die vier Fachbereiche lassen sich nämlich in idealer Weise auf der Basis der Synergetik erschliessen. Die vom Quantenphysiker Professor Hermann Haken begründete Synergetik ist eine umfassende Selbstorganisationstheorie und ist hervorragend geeignet, beim Menschen dynamische Prozesse zu beschreiben, sei es auf biologisch-neuronaler, psychischer oder sozialer Ebene. Es ist diese Selbstorganisationstheorie, die der Neurofeedback-Methode nach Othmer zugrunde liegt und die meine Frau Liselotte Rittmeyer und ich in unserer gemeinsamen Praxis auf dem Hemberg anwenden.

Die während zwanzig Jahren gewonnene Erfahrung als Entwickler und Unternehmer im Bereich der elektrochemischen Sensorik kann ich seit 2011 dem Hersteller unserer Neurofeedback-Systeme, BEE Medic, zur Verbesserung und Neuentwicklung ihrer EEG-Elektroden zur Verfügung stellen. Drei Jahre Psychologiestudium (ohne Abschluss) an der Universität Zürich, ebenda als Tutor die Durchführung von Kursen in projektiver Psychodiagnostik, den Master in NLP sowie einen höheren Lehramtsabschluss schärften mir den Blick für die Dynamik der menschlichen Psyche. Während neun Jahren unterrichtete ich an der Kantonsschule Enge neben Allgemeiner Chemie auch Neurochemie, welche die stoffliche Ebene neuronaler Prozesse beleuchtet. Nach der Pensionierung eignete ich mir das nötige Wissen in der Anwendung der Neurofeedback-Methode nach Othmer in Fortgeschrittenenkursen von EEG Info/BEE Medic in Berg (D) und in einem QEEG-Kurs von Professor Kropotow auf der Lenzerheide (CH) an. Dank gemeinsamen Forschungsprojekten mit der Firma BEE Medic, diversen Weiterbildungskursen im Bereich Psychologie und Therapie und last but not least dem Erfahrungsaustausch mit meiner Frau Liselotte Rittmeyer konnte ich meine Kenntnisse vertiefen und festigen. Ihr ist es auch zu verdanken, dass wir heute im schönen Toggenburg wohnen, ich mit der Firma BEE Medic in Kontakt stehe und Jugendlichen und Erwachsenen mittels Neurofeedback helfen kann, im Leben besser Tritt zu fassen. Ein besonderer Höhepunkt waren die Zertifizierungslehrgänge von Professor Schiepek „Synergetisches Prozessmanagement unter Anwendung des Synergetischen Navigationssystems auf der Grundlage von Synergetik, Chaostheorie und Complexity Science“ im Jahr 2017 in Salzburg. Mit dieser computerunterstützten sophistischen Methode lässt sich in engem Informationsaustausch mit dem Klienten die Dynamik eines Therapieprozessen verfolgen, analysieren und bis zu einem gewissen Grade prognostizieren (siehe unter Neuro-/Biofeedback).

Meine kulturellen Aktivitäten und Interessen seit meiner Jugend kommen mir heute ebenfalls zugute. Kurse in der Gravur-Technik, Zeichnen und Malen an der Hochschule für Gestaltung, Flamenco auf der Gitarre, Toggenburger und irische Volksmusik auf der Halszither, Einsatz für Ortsbild- und Landschaftsschutz, Umbau zweier Liegenschaften aus der Mitte des 19. Jahrhunderts trugen dazu bei, meine ästhetische Wahrnehmung zu schulen. Alle oben erwähnten Aktivitäten finden nun ihren Niederschlag in unserem Angebot „Neuro-/Biofeedback und Kultur“.